Epoche II · 1975–1995
James Stirlings Neue Staatsgalerie machte Stuttgart 1984 weltberühmt – als Ort, an dem die Postmoderne ihren vielleicht bedeutendsten deutschen Bau hinterließ.
Fokus: James Stirling
James Stirling kombinierte klassische Elemente – Rotunde, Rampen, Säulen – mit grellem Tiefpink, Moosgrün und Himmelblau und schuf einen Bau, der sowohl konservative als auch avantgardistische Kritiker verblüffte. Die öffentlichen Durchwegungen durch den Baukörper wurden zum Modell für Museumsarchitektur weltweit.
Stirling starb 1992. Sein Bau in Stuttgart gilt als sein Hauptwerk und als das Paradebeispiel der Postmoderne in Deutschland schlechthin.
Tiefpink, Moosgrün, Himmelblau: Stirlings Farbpalette war eine Provokation gegen den grauen Sichtbeton seiner Zeit – und ist bis heute unvergessen.
5 dokumentierte Bauten
James Stirling und Michael Wilford, London
Das Paradebeispiel der Postmoderne in Deutschland. Stirling verknüpfte antike Typologien – Rotunde, Rampe, öffentliche Durchwegung – mit einer unerwarteten Materialität und Farbigkeit. Tiefpink, Moosgrün, Himmelblau gegen Muschelkalkstein. Die öffentliche Rampe, die das Gebäude von unten nach oben durchquert, wurde zum Modell für eine neue Generation von Kulturbauten.
Behnisch & Partner, Stuttgart
Eines der frühen dekonstruktivistischen Manifeste in Deutschland. Schräge Ebenen, scheinbar zufällige Durchbrüche, eine bewusst instabile, kinetische Wirkung. Der Bau steht als Zeugnis des experimentellen Geists auf dem Stuttgarter Campus.
Wilford Schupp Architekten, Stuttgart
Einer der auffälligsten Bauten auf der Stuttgarter Kulturmeile. Das Gebäude kombiniert Sichtbeton, Glas und Terrakottaelemente zu einer expressiven Komposition. Wilford Schupp – das Büro von Stirlings Partner Michael Wilford – zeigt, wie Baukultur weitergegeben wird.
Wilford Schupp Architekten, Stuttgart
In direkter Nachbarschaft zur Staatsgalerie und Musikhochschule. Außen sachlich, innen offen und vielschichtig – die Architektur unterstützt die museale Vermittlung von Geschichte ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Schlaich Bergermann und Partner (Glasdach), Stuttgart
Neben der Liederhalle wurden im Bosch Areal städtebauliche Vergangenheit und Zukunft zusammengeführt. Die Fabrikgebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert wurden von einem aus 1.000 Einzelscheiben bestehenden Glasdach überspannt. Konstruktive Brillanz im Dialog mit historischer Substanz.